UMR: Können Teilnehmer von der Verlängerung profitieren?

PUBLISHED:
24 June 2020
11:49 AM

BY:
TriOptima

Der Gründer des US-Bundesstaates Pennsylvania, William Penn, sagte einmal “Zeit ist das, was wir am meisten wollen, aber was wir am schlechtesten nutzen.” Für Finanzinstitute bietet die jüngste Entscheidung der Regulierungsbehörden, die letzten beiden Phasen der ungeklärten Marginregeln (UMR) zu verschieben, zwar zusätzliche Zeit, diese muss jedoch effektiv genutzt werden, um die operative Effizienz im gesamten Unternehmen zu erhöhen.

Kein Marktteilnehmer bedarf dieser zusätzlichen Zeit mehr als kleinere Wertpapierhandelsfirmen, die in Phase fünf und sechs mit einbezogen werden sollen. So beispielsweise ein Vermögensverwalter, der etwa einen möglichst effektiven Weg sucht, Sicherheitsleistungen zu segregieren. Vor dem Aufschub hätte sich ein Vermögensverwalter wie dieser möglicherweise für eine Dreiparteienlösung entschieden, bei der die Sicherheiten für sie allokiert worden wären.

Nicht zwangsläufig, allerdings sehr realistisch hat ein Vermögensverwalter mit begrenzten Ressourcen vermutlich nicht die Zeit, komplexe Prozesse intern einzurichten. Es dürfte viel einfacher und auch logischer sein, die Arbeit an jemand anderen auszulagern. Doch können Vermögensverwalter mit einem weiteren Jahr für Firmen in Phase fünf bzw. zwei weiteren Jahren für Unternehmen, die in Phase sechs mit einbezogen sind, günstigere Lösungen finden, um die Segregation zu erreichen? Können sie die diesbezüglichen Prozesse soweit rationalisieren, dass sie etwa einen Drittanbieter als Verwahrstelle in Anspruch nehmen könnten? Oder sollte der Vermögensverwalter am trilateralen Ansatz festhalten, indem er alles auslagert?

Für diejenigen Firmen, die derzeit darüber nachdenken, ob sie den Weg über die Dreiparteien-Sicherheitenverwaltung - oder die Drittverwahrung beschreiten wollen, wird die endgültige Entscheidung davon abhängen, welche letztlich die kostengünstigste Option ist. Und dies wird drastisch davon abhängen, welcher Art die Vermögenswerte sind, die die Wertpapierhandelsfirma in ihren Büchern stehen hat. Laut der jüngsten ISDA-Umfrage scheint die Mehrheit der derzeit gebräuchlichen Sicherheitsleistungen einfacher Natur zu sein – so wie Staatsanleihen.

Allerdings hat ein Großteil der Unternehmen aus Phase fünf und sechs nur eine gewissen Anzahl an Staatsanleihen in den Büchern stehen. Daher dürfte es nicht sinnvoll sein, einen vollautomatisierten Dreiparteienservice zu kaufen, da es vermutlich günstiger wäre, den Prozess intern zu optimieren, als ihn an eine dritte Partei auszulagern. Denn wenn eine Firma nur eine Handvoll Staatsanleihen zur Verfügung hat, ist sie in Bezug auf Anleihen, die sie als Sicherheiten hinterlegen können, limitiert. Eine trilaterale Lösung könnte eine attraktive Option werden, wenn ein Investmentmanager ein komplexes Portfolio an Sicherheiten in seinen Büchern stehen hat. Ein Fondsmanager mag typischerweise über ein Portfolio verfügen, das aus zahlreichen Aktien, Unternehmens- sowie Staatsanleihen besteht, die insbesondere angesichts der jüngsten Marktvolatilität eine hochentwickelte interne Unterstützung benötigen, um Effizienzgewinne zu erzielen.

Während die Unternehmen nach dem Verzögerungsschreiben von BCBS und ISCO weiter über den besten Ansatz debattieren, werden diejenigen, die den pragmatischsten Ansatz zur Segregation von Sicherheiten verfolgen, die besten Positionen einnehmen. Für diejenigen, die heutzutage nur Barsicherheiten verwenden, könnten die zusätzlichen operativen Anforderungen, die die Trennung bargeldloser Sicherheiten mit sich bringt, angesichts der Verlängerung einfacher erreichbar sein. Eines ist sicher: Finanzinstitute müssen die Zeit nutzen, um jedes Modell klar zu verstehen und nicht nur ihre operative Kapazität, sondern auch ihre Systemfähigkeit zu bewerten.

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